„Akupressur finde ich faszinierend, weil sie ganz ohne Öl und Aufwand auskommt. Ein paar Punkte zu kennen, ist ein schönes Werkzeug für zwischendurch – mehr verspreche ich bewusst nicht.“
Akupressur – Punkte, die man kennen sollte.
Akupressur ist der westlichste Zugang zur traditionellen chinesischen Medizin: einfach, ohne Nadeln, sofort anwendbar. Einige Punkte sind gut belegt und einfach zu finden.
Kurz erklärt: Akupressur arbeitet mit Fingerdruck auf bestimmte Punkte: Diese Anleitung für Druckpunkte zuhause zeigt die wichtigsten Punkte an Händen, Nacken und Füßen.
Akupressur stimuliert dieselben Punkte wie Akupunktur – aber mit Fingerdruck statt Nadeln. Die wissenschaftliche Evidenz ist gemischt, aber für bestimmte Anwendungen gut belegt: Übelkeit (Punkt P6), Kopfschmerzen (LG20, GB20), Stress (He7).
Für zuhause sind die einfach zugänglichen, gut dokumentierten Punkte am wertvollsten. Kein anatomisches Vorwissen nötig.
Der Vorteil von Akupressur gegenüber vielen anderen Techniken: Man braucht keine Vorbereitung, kein Öl, keine spezielle Position. Ein gut auffindbarer Punkt und ein bis zwei Minuten Zeit reichen, um sie überall anzuwenden – im Büro genauso wie auf dem Sofa.
Lage: 3 Fingerbreiten unterhalb des Handgelenks, zwischen den zwei Sehnen der Handgelenksvorderseite. Druck: mit Daumen 1–2 Minuten konstant drücken. Gut belegt bei Übelkeit, Reisekrankheit und Schwangerschaftsübelkeit.
Lage: an der Schädelbasis, in der Vertiefung beiderseits der Wirbelsäule (zwischen Nackenmuskel und Schädel). Druck: Daumen beider Hände einsetzen, 1–2 Minuten nach oben Richtung Schädel drücken. Eines der wichtigsten Punkte für Nackenschmerzen.
Lage: Handgelenksbeugefalte, Höhe des kleinen Fingers. Druck: Daumen auf den Punkt, 1 Minute halten. Traditionell bei Unruhe, Herzrasen und Einschlafproblemen. Sanfter Punkt – nicht viel Kraft nötig.
Lage: zwischen Daumen und Zeigefinger, im höchsten Punkt der Muskelerhebung, wenn beide Finger zusammengedrückt werden. Druck: fest mit dem Daumen der anderen Hand kreisen, 1–2 Minuten. Traditionell bei allgemeinen Spannungskopfschmerzen und Stress eingesetzt. Nicht in der Schwangerschaft anwenden.
Akupressur muss nicht isoliert angewendet werden – sie lässt sich gut in eine klassische Massage integrieren, etwa als gezielter Abschluss einer Nackenmassage mit Druck auf GB20, oder als kurzer Einschub bei Übelkeit mitten in einer längeren Session mit Druck auf P6. Diese Kombination nutzt die Stärken beider Ansätze: die breite, lösende Wirkung von Effleurage und Petrissage, ergänzt durch die punktgenaue Wirkung einzelner Druckpunkte. Wer beide Techniken beherrscht, hat ein deutlich größeres Repertoire zur Verfügung als mit einer Methode allein – und kann flexibler auf die jeweilige Situation reagieren. Wer mehrere Punkte nacheinander behandelt, sollte zwischen den einzelnen Punkten kurz pausieren und tief durchatmen – das gibt dem Körper Zeit, auf jeden Reiz einzeln zu reagieren, statt alles auf einmal zu verarbeiten.
Für einige Punkte (P6 bei Übelkeit, GB20 bei Kopfschmerzen) gibt es gute Studien. Für andere ist die Evidenz schwächer.
Fast nicht – zu viel Druck kann unangenehm sein, aber Akupressur ist sehr sicher.
30 Sekunden bis 2 Minuten pro Punkt. Dann loslassen, kurz Pause, wiederholen wenn nötig.
Akupressur ist das direkteste Selbsthilfe-Werkzeug – keine Ausrüstung, kein Partner nötig, sofort anwendbar.
Der magoody Kurs zeigt Druckpunkt-Techniken als Teil der vollständigen Paarmassage – als gezielte Ergänzung zu Effleurage und Petrissage. Ab 89 € einmalig, dauerhafter Zugriff. Wer diese Punkte einmal verinnerlicht hat, greift bei Bedarf schneller darauf zurück als zu Tabletten oder anderen Hilfsmitteln.